Kurzfassung – Bodengrund Aufbau in 7 Schritten:
  1. Unterlage für Steine (Styropor/Filtermatte)
  2. Bakterien-Substrat verteilen
  3. Langzeitdünger aufstreuen
  4. Lavagranulat als Drainage
  5. Optional: Netzgewebe als Trennung
  6. Soil normal einfüllen
  7. Soil Powder für Feinstwurzler

Ein gut gemachtes Aquascape ist eine Zierde im Raum. Es zeigt eine faszinierende Landschaftsillusion, die durch eine optische Tiefenwirkung entsteht. Es verfügt über interessant arrangiertes Hardscape (Steine und Wurzeln) und gesunde, gut gedeihende Pflanzen. Das gewählte Licht unterstützt die Tiefenwirkung. Das Aquascape wird so zu einer fesselnden Lichtquelle und als Basis brauch man einen gut aufgebauten Aquarium Bodengrund.

 

Damit auch das erste Projekt gelingt und lange Freude macht, sollte die Gestaltung des Aquascapes gut geplant sein. Mit dem Aquascaping Bodengrund beginnt nicht nur das Einrichten des Beckens. Ein gelungener Bodengrund ist auch die Basis für ein funktionierendes Aquascape mit stabilen Wasserwerten und gesundem Pflanzenwachstum. Dafür gibt es einiges zu beachten. Die folgenden Tipps sollen Ihnen helfen, den Aufbau des Aquascaping Bodengrundes zu planen und umzusetzen.

Der nährstoffreiche Aquascaping Bodengrund ist mehr als nur Soil

Planung ist das A und O beim Aquascaping. Überlegen Sie sich daher genau, wie die Elemente im Becken angeordnet sein werden und welche Pflanzen dazu gehören. Von der Wahl der Pflanzen hängt auch der Bodenaufbau und die Wahl der Bodengrundmaterialien ab. Es gibt eine große Auswahl von verschiedenen Substraten, die für ein Aquascape geeignet sind. Jedoch hängt die Wahl von dem Ziel ab, das erreicht werden soll. Grundsätzlich benötigen Pflanzen einen nährstoffreichen Bodengrund für ein gleichmäßiges und gesundes Wachstum.

Kies und Sand sind die klassischen Materialien für ein Aquarium. Sie können im Aquascaping zwar als dekorative Elemente eingesetzt werden, für ein stabiles Pflanzenwachstum empfiehlt sich aber ein aktiver Bodengrund, ein sogenannter Aqua Soil oder Aquarium Soil. Soil besteht aus Naturmaterialien (Was „Aqua Soil“ ist wird genauer beschrieben mit vielen Tipps zu Dos and Don’ts). Es handelt sich dabei um gebrannte Erden in Form kleiner Kügelchen, die viele Nährstoffe für Pflanzen gebunden haben. Damit ist bereits der Aquascaping Bodengrund schon ein wichtiger Nährstofflieferant für Pflanzen. Soil Bodengrund senkt auch den ph-Wert des Wassers, was die meisten Pflanzen besser vertragen. Langfristig puffert Soil Veränderungen im Wasser, zum Beispiel durch den Einsatz von CO2 im Becken. Der ph-Wert wird so noch weiter niedrig gehalten, was für viele Pflanzen und Südamerikanische Zierfische gut ist.

Soil Substrat gibt es meist in zwei Varianten: Als Kügelchen und als Powder (sehr sehr kleine Kugeln). Die größeren Kügelchen helfen eine bessere Wasserzirkulation zu erreichen und machen den Bodengrund lockerer. Das Powder bietet den frisch eingepflanzten Pflanzen mehr Halt, da die Wurzeln noch nicht so weit reichen und sich am Powder besser verankern können. Daher rate ich dazu, auf den Aquascaping Bodengrund aus Soil Kügelchen noch eine dünne Schicht Powder zu geben.

Iwagumi mit Aqua Soil normal und powder

Iwagumi-Aquascape mit Aqua-Soil normal und powder Soil als Bodengrund.

Der richtige Bodengrund-Aufbau

Nun zum Aufbau für einen Aquascaping Bodengrund. Zu Beginn habe ich ja bereits auf die Tiefenwirkung eines schönen Aquascapes hingewiesen. Mit dem Bodenaufbau wird diese Tiefenwirkung schon angelegt und später durch das Hardscape und den Einsatz der Pflanzen weiterentwickelt. Grundsätzlich sollte dafür der Boden zur Rückseite hin ansteigen. Eine Styroporplatte im hinteren Teil des Beckens ist ein hilfreiches Element, um die Höhe aufzubauen, dem Bodengrund Halt zu geben und Material zu sparen, da wenn man regelmäßig ein neues Layout aufbaut, dann wird man feststellen, dass der Bodengrund das teuerste beim Aquascaping ist. Wenn allerdings keine Steine benutzt werden sondern Wurzeln, dann sollten Sie darauf achten, dass das Styropor gut beschwert wird.

Als Material für den Bodengrund eignet sich Lavagranulat oder Bims (zum Beispiel ADA Power Sand). Es bildet eine stabile Unterlage für Stein oder Wurzelaufbauten, die das Soil allein nicht tragen würde. Außerdem sorgt es für einen lockeren und gut durchströmten Boden, der das Pflanzenwachstum begünstigt. Das verhindert die Verdichtung des Bodengrundes und die Bildung anaerober Gase.

Es ist auch üblich zu Beginn dem Bodengrund Zusätze in Pulverform (gleichmäßig über den Boden verstreut) zu geben. Darin sind Langzeitdünger gebunden, die die Pflanzen langfristig mit Nährstoffen versorgen und Bakterien und Mikroorganismen in Pulverform. Letzeres wird die verbessert die Bedingungen im Bodengrund verbessern für das Pflanzenwachstum und fährt das Aquarium biologisch schneller ein für den späteren Fischbesatz.

Aquascaping Bodengrund Aufbau:

  1. Styropor oder andere Hilfsmittel, um Steine oder Wurzeln im Form zu halten
  2. Bakterien und Mikroorganismen in Form von Pulver
  3. Langzeit-Dünger in Pulverform
  4. hochporöser Dünger, gibt es oft als vulkanisches Gestein für eine gute Bakterienaktivität und Wurzelwachstum der Pflanzen
  5. Netzgewebe zwischen Langzeitdünger und Soil, gibts im Baumarkt (optional)
  6. Soil normal
  7. Soil powder bei dem Einsatz sehr kleiner Pflanzen wie z.B. HHC

Wenn der Bodengrund steht dann:

Mit einer Sprühflasche wird der Boden nun befeuchtet, um Staubentwicklung zu vermeiden. Der Bodengrund kann jetzt geformt werden. Dazu ist ein Spachtel oder ein spezieller Sand Flattener nützlich. Wer das Lavagranulat vom Soil getrennt halten möchte, kann nun eine Lage Netzgewebe auflegen. Anschließend wir das Soil vorsichtig in das Becken geschüttet und wie gewünscht in der Höhe modelliert. Zum Schluss wird das Hardscape platziert und leicht in das Soil gedrückt, bis es stabil steht. Bitte achten sie darauf, dass schwere Steine dort aufgelegt werden, wo sich das Lavagranulat im Untergrund befindet. Achten Sie auch hier für den räumlichen Effekt auf einen ansteigenden Aufbau von vorn nach hinten und füllen Sie entstehende Lücken mit Soil auf. Der Aquascaping Bodengrund ist nun fertig und es kann an die Bepflanzung gehen.

Hardscape sicher im Bodengrund aufstellen:

Bewährt hat es sich auch Steine vorher gut auf dünnen Plastikrohre festzukleben, um diese langfristig im Bodengrund zu festigen:

steine im aquarium festkleben

Steine im Aquascaping festkleben, um ein verrutschen auf dem Bodengrund zu vermeiden

Algenblüte vermeiden

Durch das nährstoffreiche Soil ergibt sich besonders zu Beginn eine hohe Nährstoffdichte. Die Pflanzen sind noch klein und brauchen eine Weile, um Fuß zu fassen und sich auszubreiten. Daher ist gerade in der Einfahrphase des Aquascapes oft mehr Nährstoff im Wasser enthalten, als verbraucht wird. Dies pendelt sich mit der Zeit ein, da die Pflanzen mit zunehmendem Wuchs mehr Nährstoffe verbrauchen. Trotzdem muss auf ein gutes Gleichgewicht geachtet werden, da sonst das Algenwachstum begünstigt wird und die gefürchtete Algenblüte entsteht. Einen Nährstoffausgleich erreichen Sie durch eine ausreichende Bepflanzung und häufige Wasserwechsel (WW) zu Beginn der Einlaufphase, mindestens einmal pro Woche.

Aquascaping Substratpflege

Eine regelmäßige und gründliche Pflege ist der Grundstein für ein schönes Aquascape. Dazu gehört auch die Pflege des Bodengrundes. Wenn der Bodengrund flächendeckend bewachsen ist, dann reduziert sich die Substratpflege auf das Beschneiden und eventuelle Ausdünnen der Pflanzen. Bei unbewachsenen Stellen empfehle ich einen Mulmsauger vorsichtig anzusetzen. Dieser entfernt schonend Pflanzen- und Futterreste und beugt so auch der übermäßigen Entstehung von Algen vor.

Weitere Nährstoffzusätze fürs Aquarium

Eine CO2-Zufuhr ist ein wichtiger Baustein für ein gutes Pflanzenwachstum und hier beschreibe ich warum eine Co2-Anlage im Aquascaping unerlässlich ist. Zu Beginn sind noch nicht unbedingt Nährstoffzusätze nötig (eine Co2 Anlage ist aber immer empfehlenswert), da der Soil-Bodengrund genug davon enthält. Mit der Zeit wird es allerdings nötig dem Wasser gewisse Nährstoffe zu zusetzen, um ein dauerhaftes Pflanzenwachstum zu erreichen. Für ein gesundes und üppiges Grün empfehle ich einen flüssigen Eisen Dünger. Haben sich die Pflanzen erst eingewöhnt und sind gut eingewachsen, empfiehlt als Dünger sich eine Makrodüngung mit NPK: Hier sind Stickstoff, Phosphor und Kalium als wichtiges Pflanzenfutter enthalten. Wichtig ist immer: regelmäßige Wasserwechsel (WW) und die Wasserwerte genau im Auge zu behalten.

Mit diesen Tipps sollte Ihnen das erste Aquascape gelingen.

Viel Spaß bei der Umsetzung!

ADA Iwagumi Aquascape

Iwagumi Aquascape mit Soil-Bodengrund, Soil Powder, ADA Power Sand S (hochdosierter Dünger), ADA Bacter 100 – Bakterien-Substrat-Zusatz und JBL ProScape Volcano Powder. ADA Power Sand und JBL Volcano haben nochmal eine zusätzliche Depotwirkung und sind mit vielen wichtigen Nährstoffen und Dünger Angereichert.

Aquascaping ohne Soil Bodengrund:

Es gibt auch ausnahmen in denen der klassische Soil-Bodengrund kein Sinn macht. Hier ist ein Aquascape zu sehen, in dem nur Aufsetzer-Pflanzen verwendet werden.

Aquascaping ohne Soil-Bodengrund

Aquascaping ohne Soil-Bodengrund

⚠️

Die 5 häufigsten Fehler beim Bodengrund-Aufbau

Diese Fehler kosten dich Zeit, Geld und Nerven – aber du kannst sie leicht vermeiden!

1

Zu wenig Gefälle (vorne-hinten)

Das Problem:

Der Bodengrund ist überall gleich hoch – das Aquascape wirkt flach und langweilig. Es entsteht keine räumliche Tiefe.

Die Lösung:

Vorne niedrig (3-5cm), hinten hoch (10-15cm)! Das Gefälle schafft die wichtige Tiefenwirkung.

Nutze Styroporplatten oder extra Lavagranulat im hinteren Bereich. Das spart teures Soil!

2

Zu viel Soil auf einmal

Das Problem:

Zu viel Soil gibt extrem viele Nährstoffe ab. Die Folge: Massive Algenblüte in den ersten 2-4 Wochen!

Die Lösung:

Faustregel: 1 Liter Soil pro 12-15 Liter Beckenvolumen. Lieber weniger und dafür häufig Wasser wechseln (erste 2 Wochen täglich 50%).

Starte mit vielen schnellwachsenden Pflanzen (Wasserpest, Hornkraut). Sie verbrauchen Nährstoffe schneller als Algen!

3

Steine nicht richtig verankern

Das Problem:

Große Steine versinken im Soil oder verrutschen beim Einpflanzen. Das Layout ist zerstört!

Die Lösung:

Steine auf dünne Plastikrohre kleben (siehe Foto im Artikel). Das Rohr dient als "Anker" im Lavagranulat.

Nutze Sekundenkleber-Gel zum Fixieren. Der Kleber ist aquarium-sicher und hält bombenfest!

4

Kein Lavagranulat unter dem Soil

Das Problem:

Ohne lockeren Untergrund verdichtet sich der Soil. Es entstehen anaerobe Zonen (Fäulnis) mit giftigen Gasen. Pflanzen wachsen schlecht, Algen blühen.

Die Lösung:

Mindestens 1-2cm Lavagranulat! Optimal sind 2-3cm hinten, 1cm vorne. Das sorgt für Wasserzirkulation und verhindert Fäulnis.

Baumarkt-Lavasteine (3-6mm) funktionieren genauso gut wie teure Aquarium-Produkte. Nur gut spülen!

5

Zu früh aufgeben bei Algen

Das Problem:

In Woche 2-3 kommen die ersten Algen. Viele denken "Das wird nie was!" und geben auf. Dabei ist eine leichte Algenphase völlig normal!

Die Lösung:

Durchhalten! Halte dich an den Plan: 50% Wasserwechsel 3x/Woche, max. 6h Beleuchtung. Ab Woche 5-6 stabilisiert sich das Becken von selbst.

Nutze die Dark Start Methode, wenn du Algen komplett vermeiden willst!

Fazit: Erfolgreich starten ohne Frust!

Mit dieser Checkliste bist du auf der sicheren Seite:

  • Gefälle anlegen: Vorne 3-5cm, hinten 10-15cm
  • Richtige Soil-Menge: 1 Liter pro 12-15 Liter Becken
  • Steine verankern: Auf Plastikrohre kleben
  • Lavagranulat verwenden: Minimum 1-2cm
  • Geduld haben: Erste Algenphase ist normal!

FAQ: Häufige Fragen zum Aquarium Bodengrund

Die wichtigsten Antworten zum Bodengrund-Aufbau – von der richtigen Menge Soil bis zur Algenprävention

? Wie viel Soil brauche ich für mein Aquarium?
Die Menge hängt von deiner Aquarium-Größe und der gewünschten Höhe ab:
Faustregel:
60-Liter-Becken: 3-5 Liter Soil Normal + 1-2 Liter Powder
120-Liter-Becken: 6-9 Liter Soil Normal + 2-3 Liter Powder
200-Liter-Becken: 10-15 Liter Soil Normal + 3-5 Liter Powder

Berechnung: Ca. 1 Liter Soil pro 12-15 Liter Beckenvolumen
Plane 20-30% mehr Soil ein für Höhenaufbau im hinteren Bereich! Ein gutes Gefälle (vorne 3-5cm, hinten 10-15cm) ist wichtig für die Tiefenwirkung.
? Was ist der Unterschied zwischen Soil Normal und Powder?
Beide Soil-Varianten haben unterschiedliche Funktionen und sollten kombiniert werden:
Soil Normal (2-4mm Kügelchen):
• Lockerer Untergrund für bessere Wasserzirkulation
• Verhindert Verdichtung des Bodengrundes
• Perfekt für große Pflanzen mit langen Wurzeln
• Wird als Basis-Schicht verwendet

Soil Powder (1-2mm sehr kleine Kugeln):
• Bietet besseren Halt für kleine Pflanzen
• Ideal für Bodendecker (HCC, Glosso, etc.)
• Wurzeln können sich besser verankern
• Wird als oberste Schicht aufgetragen (1-2cm)
Empfohlener Aufbau:
  1. Lavagranulat als Untergrund (2-3cm)
  2. Soil Normal als Hauptschicht (4-8cm)
  3. Soil Powder als Top-Schicht (1-2cm)
? Brauche ich wirklich Lavagranulat unter dem Soil?
Ja, sehr empfohlen! Lavagranulat (oder Alternativen) hat wichtige Funktionen:
Warum Lavagranulat so wichtig ist:
Verhindert Verdichtung: Lockerer Untergrund für Wurzelwachstum
Vermeidet Fäulnis: Wasserzirkulation verhindert anaerobe Zonen
Bakterien-Siedlung: Poröse Struktur für nützliche Bakterien
Spart Soil: Günstiges Material für Höhenaufbau
Stabilität: Besserer Halt für schwere Steine
Alternativen zu Lavagranulat:Bims: Ähnliche Eigenschaften, etwas teurer • ADA Power Sand: Premiumprodukt mit Langzeitdünger • JBL Volcano Powder: Mit Mineralien angereichert
Minimum 1-2cm Lavagranulat! Optimal sind 2-3cm im hinteren Bereich, 1cm vorne für ein natürliches Gefälle.
? Wie verhindere ich Algenblüte nach dem Einrichten?
Die ersten 4-6 Wochen sind kritisch! Soil gibt viele Nährstoffe ab, aber die Pflanzen sind noch klein.
Anti-Algen-Strategie (erste 4 Wochen):

Woche 1-2:
• Wasserwechsel: 50% täglich!
• Beleuchtung: Max. 4-5 Stunden
• Keine Düngung (Soil hat genug Nährstoffe)

Woche 3-4:
• Wasserwechsel: 50% 3x pro Woche
• Beleuchtung: Langsam auf 6-7 Stunden steigern
• Pflanzen ausdünnen/trimmen für mehr Wachstum

Ab Woche 5:
• Wasserwechsel: 50% 1x pro Woche
• Beleuchtung: Normal (8-10 Stunden)
• Erste Düngung mit Eisen + NPK
Schnellwachsende "Algen-Killer"-Pflanzen einsetzen: Wasserpest, Hornkraut, Javamoos. Sie verbrauchen Nährstoffe schneller als Algen!
Bonus-Tipp: Die Dark Start Methode kann Algen komplett vermeiden! → Mehr dazu: Dark Start Methode Anleitung
? Kann ich den Bodengrund später noch ändern?
Möglich, aber sehr aufwendig! Ein nachträglicher Bodengrund-Wechsel bedeutet faktisch ein komplettes Neueinrichten.
Was du ändern musst:
• Aquarium komplett entleeren (Wasser, Pflanzen, Fische)
• Alten Bodengrund entfernen
• Aquarium reinigen
• Neuen Bodengrund aufbauen
• Hardscape neu arrangieren
• Pflanzen neu einsetzen
• Aquarium wieder einfahren (4-6 Wochen!)

Zeitaufwand: 1-2 Tage Arbeit + 4-6 Wochen Einfahrzeit
Daher die Empfehlung: Lieber beim ersten Mal richtig machen! Gute Planung spart später viel Arbeit und Stress für die Fische.
Falls du unsicher bist: Starte mit einem kleineren Aquarium (60L) zum Üben! So lernst du ohne großes Risiko.
? Wie lange hält Soil im Aquarium?
Soil ist nicht "für immer" – die Nährstoffe und Struktur bauen sich langsam ab.
Soil-Lebensdauer:

Nährstoff-Phase: 1-2 Jahre
• In dieser Zeit gibt Soil Nährstoffe ab
• Danach wird zusätzliche Düngung nötig (NPK, Eisen)
• ph-puffernde Wirkung lässt nach

Struktur-Phase: 2-4 Jahre
• Soil behält seine Form und Struktur
• Zersetzt sich langsam zu feinem Schlamm
• Wurzeln halten Soil noch zusammen

Komplett-Wechsel: Nach 3-5 Jahren empfohlen
• Viele Aquascaper machen alle 2-3 Jahre ein neues Layout
• Dabei wird dann auch der Bodengrund erneuert
Pflege verlängert die Lebensdauer: • Vorsichtiges Mulmsaugen (nicht zu tief!) • Regelmäßige Wasserwechsel • Keine grobe Manipulation des Bodengrundes
? Was kostet ein kompletter Bodengrund-Aufbau?
Die Kosten variieren je nach Aquarium-Größe und gewählten Produkten:
Aquarium-Größe Basis (günstig) Premium
60 Liter 30-40€ 50-70€
120 Liter 60-80€ 100-140€
200 Liter 100-130€ 160-220€
Kosten-Breakdown (Beispiel 120L-Becken):
• Lavagranulat/Bims: 10-15€
• Soil Normal (6-9L): 30-50€
• Soil Powder (2-3L): 15-25€
• Bakterien-Pulver: 5-10€ (optional)
• Langzeitdünger: 10-20€ (optional)
• Netzgewebe: 3-5€
Gesamt: 60-125€
Spare beim Bodengrund nicht zu sehr! Guter Soil ist die Grundlage für jahrelanges Pflanzenwachstum. Lieber einmal richtig investieren.
Spartipps: • Set-Angebote nutzen (z.B. bei Aqua-Grow) • Styropor statt viel Lavagranulat für Höhe • Günstiges NoName-Soil kann auch gut funktionieren
? Muss ich Netzgewebe zwischen Lavagranulat und Soil legen?
Nicht zwingend, aber empfohlen! Das Netzgewebe verhindert Vermischung.
Vorteile von Netzgewebe:
✓ Lavagranulat und Soil bleiben getrennt
✓ Beim Einpflanzen vermischen sich die Schichten nicht
✓ Einfacher zu pflegen mit Mulmsauger
✓ Saubere Optik bei Umgestaltungen

Nachteile:
• Wurzeln können schlechter in tiefere Schichten wachsen
• Etwas mehr Aufwand beim Einrichten
• Zusätzliche Kosten (ca. 3-5€)
Alternative ohne Netzgewebe: • Eine sehr dünne Soil-Schicht (0.5-1cm) als "Puffer" zwischen Lavagranulat und Hauptsoil • Funktioniert auch, aber Vermischung möglich
Kaufe einfaches Fliegengitter oder Gartenvlies aus dem Baumarkt – funktioniert genauso gut wie teure Aquarium-Produkte!